Portionen
Die Küchenwaage ist der Grund, warum die meisten nach zwei Wochen aufhören. Für fast alles reicht Schätzen — man muss nur wissen, wo es nicht reicht.
Was sich zählen lässt, wird gezählt: zwei Scheiben Brot, ein Ei, ein Teelöffel Honig. Die Waage lohnt sich nur bei den vier kalorienreichen Ausreißern — Öl, Nüsse, Käse und Nussmus — weil dort 20 Gramm Unterschied schon über 100 Kalorien sind. Bei Gemüse sind 50 Gramm Fehler ungefähr 15 Kalorien und damit egal.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung arbeitet in ihrer Ernährungspyramide mit dem Handmaß, und zwar aus einem guten Grund: die Hand passt zur Körpergröße. Ein 1,90-Meter-Mann hat größere Hände als eine 1,60-Meter-Frau und braucht auch mehr — die Portion skaliert also von selbst mit, ohne dass jemand etwas umrechnen muss.
| Handmaß | Steht für | Ungefähr |
|---|---|---|
| Handfläche (ohne Finger) | Fleisch, Fisch, Tofu | ~100–120 g |
| Geballte Faust | Gemüse, Salat | ~150–200 g |
| Hohle Hand | Reis, Nudeln, Kartoffeln (gegart) | ~80–120 g |
| Daumen | Käse, Butter, Nussmus | ~20–30 g |
| Daumenspitze | Öl | ~5 g |
Das ist eine Schätzung und soll auch keine sein. Über eine Woche gleichen sich die Fehler weitgehend aus — was nicht passiert, wenn man das Tracken ganz sein lässt, weil die Waage gerade nicht in Reichweite steht.
Bei einem großen Teil des Alltags muss man gar nicht schätzen, weil das Stück ein festes Gewicht hat. Niemand isst „100 Gramm Brot" — man isst zwei Scheiben.
| Lebensmittel | Gewicht pro Stück | Ungefähr |
|---|---|---|
| Scheibe Toastbrot | 25–30 g | ~70 kcal |
| Scheibe Mischbrot | 40–50 g | ~105 kcal |
| Scheibe Vollkornbrot | 45–55 g | ~115 kcal |
| Scheibe Schmelzkäse | ~20 g | ~54 kcal |
| Ei (Größe M) | ~55 g | ~78 kcal |
| Brötchen | ~55 g | ~145 kcal |
| Teelöffel Honig | ~7 g | ~21 kcal |
| Esslöffel Olivenöl | ~14 g | ~120 kcal |
| Handvoll Nüsse | ~30 g | ~180 kcal |
Steht die Stückzahl auf der Packung — „500 g (20 Scheiben)" —, ist die Rechnung bereits gemacht: 25 Gramm pro Scheibe, exakt für dieses Brot. NutriMacro liest diese Angabe beim Scannen aus der Packung aus und rechnet danach, statt einen Durchschnittswert zu nehmen. Wer Lebensmittel per Barcode scannt, braucht für Verpacktes also überhaupt keine Schätzung.
Kalorien pro Gramm entscheiden, wie teuer ein Schätzfehler ist. Gemüse hat etwa 0,3 kcal pro Gramm, Öl hat 9. Derselbe Schätzfehler kostet also dreißigmal so viel.
Eine oder zwei Wochen diese vier abwiegen reicht meistens. Danach erkennt man die eigenen Portionen und kann die Waage wieder in den Schrank stellen.
Ein Teller im Restaurant hat weder Barcode noch bekannte Portionsgröße. Ein Foto davon lässt sich auswerten — die App erkennt die einzelnen Bestandteile und schätzt die Mengen. Das ist ungenauer als eine Waage und deutlich genauer als ein Tag, der gar nicht eingetragen wurde.
Ja. Zählbares wird in Stück eingetragen, der Rest über das Handmaß geschätzt. Nur Öl, Nüsse, Käse und Nussmus sollte man anfangs wiegen.
Toastbrot 25–30 g, Mischbrot 40–50 g, Vollkornbrot bis 55 g. Steht die Scheibenzahl auf der Packung, ist Gesamtgewicht geteilt durch Scheibenzahl der genaue Wert.
Genau genug, um einen Trend über Wochen zu sehen. Ein Tag mit 150 Kalorien Abweichung ändert nichts; drei Monate ohne Daten schon.
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